Kirsten Alers
Schreibpädagogin seit 1993
Diplompädagogin
Literacy Manager
Journalistin

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... eine Gruppe Gleichgesinnter in Sachen Schreiben.
Sie stocken in der Mitte einer Facharbeit oder einer Kurzgeschichte.
Sie müssen für Ihre Firma einen Homepagetext entwickeln.
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Fachbuch zur Schreibgruppenpädagogik

Kirsten Alers
Schreiben wir! Eine Schreibgruppenpädagogik
Erschienen im Schneider Verlag Hohengehren, 2. Auflage 2018

Schreib-Blog  

15. Oktober 2018
Leseüberforderung
Was tun mit all den Stapeln und Ausrissen?

Das ist wahrscheinlich nicht nur mein Problem: Auf der Eckbank stapeln sich ungelesene oder undurchgesehene Zeitschriften, in der Ecke des Schreibtischs stapeln sich ungelesene Ausrisse aus den irgendwann zwischen den Jahren durchgesehenen Zeitschriften. Die ich lesen, studieren gar, aufheben und auch in Kursen oder Veröffentlichungen verarbeiten will. Etwa 30 Ausrisse, ganzseitige wohlgemerkt, hatte ich mit im Wangerland und brachte sie alle (ungelesen) wieder mit nach Hause (es hat einfach nicht geregnet in den drei Wochen an der Nordsee). Jetzt wird also die Altpapiertonne abgeholt (montags alle vier Wochen, immer ein Grund, um aufzuräumen, wir haben übrigens zwei Altpapiertonnen!), und ich nehme den Urlaubsstapel in die Hand, schaue ihn durch, werfe fünf Blatt weg – toll! Die restlichen 25 (zu denen ja noch die wahrscheinlich weiteren 15 der noch undurchgesehenen Zeitschriften auf der Eckbank kommen) lege ich auf den Stuhl, auf den ich immer alles lege, was mit ins Büro wandern soll. Und ich weiß, das Problem ist nicht gelöst. Wobei – ein Problem? Doch, ja. Offensichtlich überfordern mich meine vielfältigen Interessen, meine Lese- und Verarbeitungsansprüche. Aber ich kann doch nicht die Artikel zur Frage nach gegenderter Sprache wegwerfen! Ich kann ja noch nicht mal den Text wegwerfen, in dem es um Konzepte des Schreibenlernens geht (weil er vielleicht für Martina von Interesse sein könnte, die sich gerade fragt, ob ihr Kind denn Schreiben lernt, wenn er sich erst mal nur auf sein Gehör verlassen soll). Und den Artikel, in dem es um Kreatives Schreiben mit Flüchtlingen geht, kann ich auf gar keinen Fall wegwerfen (den bekommt Nadja, aber vielleicht will ich das ja auch noch tun, wenn ich in Rente bin, Alphabetisierung oder so ...). Ja, und die Analyse der aktuellen öffentlichen Sprachgebärden dieser Marie Schmidt (oder war es Antonia Baum?), die mir in der Gendersprachdebatte so aus dem Herzen geschrieben hat (DIE ZEIT, 30. 5. 2018: „Unser Deutsch ist ungerecht und ungenau. Deshalb müssen wir anders sprechen und schreiben als bisher“) – vielleicht kann ich den Text ja als Gastbeitrag hier demnächst posten (nachdem ich ihn gelesen habe, natürlich).
Wenn das alles nicht nur mein Problem ist: Wie lösen Andere das Dilemma, das sich zunächst wie ein zeitliches anfühlt, aber wahrscheinlich auch eins ist, das aus einer Nicht-Fokussierung entsteht – oder aus was? Meine Buchhändlerin erzählte mir neulich, dass sie sonntags abends alle Feuilletons der Woche, die sie bis dahin nicht gelesen habe, wegwerfe – uih uih, wie mutig, nein, das könnte ich nicht!
Jetzt mal vorerst nehme ich ein bisschen Druck von meinen Schultern, auf denen Stapel von Ausrissen liegen (und Papier ist echt schwer), indem ich mit einem kreativen Schreibverfahren an die Artikel herangehe, mal sehen, ob ich danach wieder etwas in der Altpapiertonne entsorgen kann ... Bleibt jetzt ja also nur die Frage zu beantworten: Welchen Artikel beantworte ich zuerst?
Und dann lese ich, dass jeden Tag in Deutschland 200 neue Bücher erscheinen, OH NEIN.


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